Sehr begeistert war das Publikum unseres gut besuchten Benefizkonzerts „Orgelstadt Riga” in der Berliner  Französischen Friedrichstadtkirche
am 3. Oktober.
  Auf der Eule-Orgel spielten die renommierte lettische Organistin Prof. Vita Kalnciema und ihre schon vielfach preisgekrönte Tochter Liene Andreta Kalnciema Werke von Händel, Couperin, Bach, Beethoven, Müthel, Ķeniņs, Pelēcis und Elgar. Diese  wurden von ihnen abwechselnd und teilweise zu vier Händen (und Füßen) zur Aufführung gebracht - ein sehr vielseitiges Programm, im dem beide Musikalität, Einfühlungs- und Stilvermögen sowie Virtuosität zur Geltung bringen konnten.
 
Kantor KMD Nauhaus, der einen seiner traditionellen Donnerstag-Termine „hergegeben” hatte, begrüßte die Konzertgäste und stellte seine Orgel vor. In der Einführung durch den Vereinsvorsitzenden wurde das Orgel-Rekonstruktionsprojekt für die Barock-Orgel („Bach-Orgel”) in der Rigaer Petri-Kirche kurz charakterisiert; auch wurde auf das im lettischen Parlament laufende Gesetzgebungsverfahren zur Restitution der Petri-Kirche an die Deutsche Lutherische St. Petri-Gemeinde erwähnt, dessen Erfolg die Erfolgsaussichten für das Orgelprojekt sehr steigern würde.
 
Der Kulturattaché der lettischen Botschaft, Kaspars Adijans, bekräftigte, wie schriftlich auch die Botschafterin Inga Skujiņa im Grußwort zum Programmheft, die lettische Unterstützung für dieses deutsch-lettische Kulturprojekt im europäischen Geist. Zugleich stellte er diese Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern – und das Konzert am Tag der Deutschen Einheit -  in den Zusammenhang der glückhaften Entwicklung in Deutschland und den Baltischen Staaten nach dem Ende des Kalten Krieges.
 
Großer Beifall, Blumen für die Künstlerinnen – und mindestens so wichtig wie die großzügigen Spenden ist der weiter gesteigerte Bekanntheitsgrad unseres Projekts!

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P R O G R A M M :

Donnerstag, 3. Oktober 2019 – Tag der Deutschen Einheit
Beginn: 20 Uhr

1. Georg Friedrich HÄNDEL (1685–1759)
Allegro und Alla Hornpipe aus Water Music, HWV 349 (1717), Arrangement von Carl Burchard
2. François COUPERIN (1668–1733)
Offertoire sur les Grands jeux (Messe des Paroisse, 1690); from Mass for the Parishes
3. Johann Sebastian BACH (1685–1750)
Badinerie aus der Orchester Suite Nr.2, BWV 1067 (1739), Arrangement von Maurizio Machella
4. Johann Sebastian BACH
Choral Jesus bleibet meine Freude, BWV 147 (1723); aus der Kantate Herz und Mund und Tat und Leben
5. Johann Sebastian BACH
Pièce d’orgue (Fantasie) G-Dur, BWV 572 (1712)
6. Johann Gottfried MÜTHEL (1728–1788)
Choralbearbeitung O Traurigkeit, o Herzeleid
7. Johann Gottfried MÜTHEL
Fantasie G-Dur
8. Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Adagio für die Flötenuhr, WoO 33/1 (1799)
9. Tālivaldis ĶENIŅŠ (1919–2008)
Introduktion, Pastorale und Toccata über das Thema des lutherischen Chorals Schönster Herr Jesu (1983), aus Anlaß des 500-jährigen Jubiläums von Martin Luther auf Anregung der lettische Exil-Gemeinden in Canada Georgs.
10. Georgs PELĒCIS (1947)
Purgatorio (2018)
11. Edward Elgar (1857–1934)
Pomp and Circumstance March, Arrangement von Maurizio Machella
Wir danken der Ev. Kirchengemeinde in der Friedrichstadt für ihre weltoffene und engagierte Unterstützung. Wir denken, dass es vielleicht der Auftakt eines kulturellen Austausches sein kann, der gemeinsam weiterträgt.
Dieser Herbst steht für Lettland ganz im Zeichen des 30. Jahrestags des Baltischen Wegs – der Menschenkette für die Freiheit.

Am 23. August 1989, dem 50. Jahrestag des Hitler-Stalin-Paktes, demonstrierten zwei Millionen Esten, Letten und Litauer ihren Freiheitswillen, indem sie sich zu einer 600 Kilometer langen Menschenkette zusammenschlossen und von den sowjetischen Besatzern die Wiederherstellung der staatlichen Souveränität ihrer Länder verlangten. Diese friedliche Menschenkette war auch eine Botschaft an die Welt für die deutlichen Risse im Eisernen Vorhang. Einige Monate später setzten auch die Menschen in Deutschland ein starkes Zeichen und entledigten sich der Mauer, die sie Jahrzehnte geteilt hatte.

Ich begrüße es sehr, dass der Förderverein Orgel Petri-Kirche Riga am 3. Oktober, diesem sybolträchtigen Tag der deutschen Einheit, im Herzen Berlins ein Konzert organisiert, an dem die anerkannten lettischen Organistinnen Vita Kalnciema und ­Liene Andreta Kalnciema ihre Kunst demonstrieren können. Und das mit einem edlen Ziel.

Das Konzert ist der Rekonstruktion der Barockorgel von 1734 in der Petri-Kirche ­gewidmet – einer großartigen deutsch-lettischen Initiative, welche auch Ausdruck der engen Beziehungen unserer beiden Länder nicht zuletzt auch auf kulturellem Gebiet ist. Nach dem Wiederaufbau der Petri-Kirche, der Reformationskirche Rigas, ist die Orgelempore leergeblieben.

Wie auch der frühere Bundespräsident Joachim Gauck bei seinem letzten offiziellen Auslandsbesuch in Riga, finde ich es sehr erfreulich, dass lettische und deutsche Bürger in einer Stiftung und einem Förderverein sich dafür einsetzen, der Kirche wieder zu ihrer Orgel zu verhelfen. Diese wird im schon sehr reichen Rigaer Musikleben die berühmte romantische Domorgel um ein großes barockes Instrument ergänzen. Ich wünsche dem Projekt gutes Gelingen und viele aktive Unterstützer in Deutschland wie in Lettland.

Rīga - ērģeļu pilsēta – Labdarības koncerts Berlīnē
Mūzikas interesentus ceturtdien, 2019. gada 3. oktobrī pl. 20:00
sagaida iespaidīgs ērģeļmūzikas koncerts.

Koncertā spēlēs slavenā Latvijas ērģelniece, profesore Vita Kalnciena un viņas meita, jaunā māksliniece Liene Kalnciema.

Latvija simbolizē muzikālo daudzveidību, spēku, drosmi, neatkarības centienus un jaunā sākumu. Šie jēdzieni ir baroka ērģeļu rekonstrukcijas pamatā Rīgas
Sv. Pētera baznīcā, kur pēc 1941. gadā nodarītajiem kara postījumiem ērģeles atjaunotas netika. Oriģinālo ērģeļu (Baha ērģeles) rekonstrukcija bagātinās Rīgas kā mūzikas ass statusu Baltijā.

Aicinām Jūs uz Latvijas ērģeļmūzikas koncertu un atbalstīt mūsu projektu ar savu ziedojumu!

Vita Kalnciema

wurde in Riga geboren. Sie erwarb eine professionelle Ausbildung am Staatlichen Konservatorium Jāzeps Vītols, absolvierte 1983 die Klavierklasse von Ella Strazdiņa und 1985 Orgelkurse von Pēteris Sīpolnieks und Vija Vismane. Sie vertiefte ihre Ausbildung mit international renommierten Meistern des Orgelspiels.

Vita Kalnciema gewann Preise in internationalen Orgelwettbewerben in der Ukraine (1989), Polen (1989), der Schweiz (1994) sowie beim Internationalen César Franck Wettbewerb in den Niederlanden (1994). Sie spielte in zahlreichen europäischen Ländern sowie in Kanada und in den USA auf internationalen Festivals mit historischen und modernen Instrumenten sowie im Leipziger Gewandhaus und dem Stockholmer Konserthuset. Aufnahmen für Radio- und Fernsehsender, mehrere Solo-CDs und zahlreiche Meisterkurse ergänzen ihre Karriere.

Zur Zeit ist sie Professorin an der Lettischen Musikakademie Jāzeps Vītols und seit 2008  Leiterin ihrer Orgelklasse. Sie unterrichtet an der Rigaer Cathedral Choir School der National Secondary School of Arts, ist Leiterin der Lettischen Organistengilde und Mitglied des Vorstandes der Evangelisch-Lutherischen Kirchenmusik. Seit 1985 ist sie Organistin der evangelisch-lutherischen Jesus-Kirche in Riga für lettische und deutsche Pfarreien.

Liene Andreta und Vita Kalnciema [mehr]

Liene Andreta Kalnciema

ist sowohl anerkannte Pianistin als auch Organistin. Sie studierte zunächst Klavier in der Klasse von Prof. Ventis Zilberts an der Lettischen Staatlichen Jāzeps Vītols Musikakademie in Riga und schloss das Studium mit dem Magisterdiplom 2006 ab.
Ihr Klavierstudium setzte sie in Tallinn (Prof. Ivari Ilja) fort. Im Jahre 2011 beendete sie ihr  Orgelstudium unter der Leitung von Professorin Vita Kalnciema in der Rigaer Musikakademie.

Liene Andreta Kalnciema besucht regelmäßig Meisterklassen renommierter Organisten und ist Preisträgerin mehrerer internationaler Wettbewerbe: Klavierwettbewerb D.Milhaud (1997), N.Rubinstein (1998), S.Vainiūnas (2001), Petr Eben Orgelwettbewerb (2010, 1.Preis und Auszeichnung für die beste Interpretation), Cesar Franck Orgelwettbewerb (2013) und Wadden Sea Orgelwettbewerb, Dänemark (2017).

Sie konzertiert regelmäßig sowohl im Rigaer Dom als auch in Estland, Litauen, Deutschland, Finnland, Niederlande, Kanada, Tschechien, Weißrussland, Polen, Belgien, Schweden und Amerika.  Seit 2006 ist sie Titularorganistin an der Martinskirche und Korrepetitorin an der Lettischen Staat­lichen Jāzeps Vītols Musikakademie in Riga.